Wünschendorf Erzgebirge Floßmühle

Die Floßmühle im Flöhatal bei Wünschendorf

Floßmühle ist der Name einer Ortslage von Borstendorf, das seit 2015 ein Ortsteil der Gemeinde Grünhainichen im sächsischen Erzgebirgskreis ist. Floßmühle liegt im Tal der Flöha südlich von Borstendorf und südöstlich von Grünhainichen im Erzgebirge auf etwa 353 m. Südlich von Floßmühle liegt Wünschendorf, südwestlich Stolzenhain und Börnichen.

Der Ort besitzt einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Reitzenhain–Flöha. Das Einzelgut Floßmühle wurde spätestens 1791 als Ortsteil von Borstendorf erstmals erwähnt. Entsprechend gehörte es zum Amt Augustusburg und später ab 1875 zur Amtshauptmannschaft Flöha. Seit der genannten Ersterwähnung ist die Ortslage als Floßmühle bzw. Floßmühle (1791) bekannt. 1875 lebten in der Ortslage, die heute mehrere Häusergruppen umfasst, 31 Personen.

1901/1902 wurde in Floßmühle ein Elektrizitätswerk errichtet.

Die größte Gewerbeansiedlung, die Papierfabrik Floßmühle C. G. Schönherr, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg enteignet und 1946 demontiert. (frei nach wiki)

Der Ortsteil Floßmühle ist Teil von Borstendorf, mit den Einzelbebauungen in der Vogelmühle, liegt direkt im Flöhatal und lädt zu ausgedehnten Wanderungen in diesem einzigartigen Flusstal und zur Erholung abseits von Straßenlärm und Hektik ein. Landschaftlich prägen die über Jahrhunderte fast unberührt erhalten gebliebenen, erzgebirgstypischen, Lesesteinhecken entlang der Feldraine und die einzelnen großen Baumgruppen in der Feldflur die Gegend.

Borstendorf hat eine abwechslungsreiche Topografie und fügt sich harmonisch in die Landschaft des mittleren Erzgebirges ein.

 

Bild: Floßmühle Wünschendorf Erzgebirge
Floßmühle Erzgebirge Postkarte
Bild: Floßmühle Wünschendorf Erzgebirge
Floßmühle Wünschendorf Übersichtskarte
Bild: Floßmühle Wünschendorf Erzgebirge
Floßmühle Wünschendorf Postkarte

Die Geschichte der Floßmühle Borstendorf

1750 - Erste Ansätze zur Errichtung einer Getreidemühle in Borstendorf OT Floßmühle.

1854 - Erwerb der Floßmühle durch Karl-Wilhelm Schönherr.

1858   vollständige Vernichtung der Mühle durch ein Feuer.

1859 - Wiederaufbau eines neuen Mühlenbetriebes, der sich durch steigende Mehlnachfrage

           rasch entwickelt.

1872- 1875 - Schönherr baut unter Ausnutzung der Wasserkraft diese zweite Getreidemühle.

1945 - Die erst 1936/37 modernisierte Mühle wird durch ein Großfeuer infolge einer

           Mehlstaubexplosion im Juli vollkommen zerstört.

1945 - Wiederaufbau in kürzester Zeit unter großen Schwierigkeiten, die Vermahlungskapazität

           beträgt 60 t Weizen und Roggen.

1948 - Die Mühle wird nach der Enteignung der Familie Schönherr zum Volkseigentum.

1990 - Nach komplexer Rekonstruktion von 1985 bis 1990, Leistungserhöhung auf 35.000 Tonnen.

           Bau eines 900 t Mehlsilos mit Verladestation.

1990 - Die Mühle wird von der Treuhand übernommen, Reduzierung der Arbeitskräfte

           von 60, auf 18 Personen.

1993 - Verkauf der Mühle an Herrn Walter Hefele aus Blaustein bei Ulm, als alleiniger Inhaber.

1998 - Am 30. 06. 1998 wurde die Mühle für immer geschlossen (angeblich aus wirtschaftlichen

           Gründen). Die noch verbliebenen Arbeitskräfte mussten Ihre Produktionsstätte „abwickeln“,

           sämtliche Maschinen und Einrichtungen wurden teilweise nach Übersee verkauft.

2000 - Nach der Jahrhundertflut im August 2002 verkauft Walter Hefele die Mühle an die Utz & Sax

           GbR aus Marktl am Inn, die sich mit der Energieerzeugung aus Wasserkraft befasst. Die

           vorhandene Turbinenanlage, die seit 1936 in der Mühle läuft, erzeugt bei entsprechendem

           Wasserangebot bis zu 400 KW Strom.

2003 - Seit Oktober 2003 haben sich die Familien Hans-Reiner Ardelt und Stefan Ardelt der

           Umnutzung der Mühle angenommen und hoffen, das Verbliebene zu erhalten.

 

Der Haltepunkt Floßmühle als Bestandteil der Flöhatalbahn.

Bild: Haltepunkt Floßmühle Erzgebirge
Haltepunkt Floßmühle Erzgebirge
Bild: Wünschendorf Haltepunkt Floßmühle
Haltepunkt Floßmühle 1990
Bild: Wünschendorf Haltepunkt Floßmühle 2016
Haltepunkt Floßmühle 2016

Er wurde früher auch von einigen Wünschendorfern fußläufig benutzt. Auch Graf von Holtzendorff Senior erreichte von hier aus das Rittergut Wünschendorf.

Bau der Villa Schönherr

Noch heute ist der industrielle Schönherr zu verstehen, der nicht allein wegen der Nähe zu seiner Fabrik hier eine Villa errichtete. Auf halber Hanghöhe und nach Süden ausgerichtet war er sicherlich auch von der landschaftlich reizvollen Lage fasziniert, die ihn 1897 zum Bau des Hauses bewog.

Bild: Wünschendorf Floßmühle Schönherr 1897
Floßmühle Baustelle 1897
Bild: Wünschendorf Floßmühle Schönherr
Floßmühle Rohbau Villa 1897
Bild: Floßmühle Wohngebäude heute
Floßmühle Wohngebäude

Bild: Floßmühle Wünschendorf Schönherr Erzgebirge
Floßmühle Schönherr Rechnung
Bild: Floßmühle Schönherr Wünschendorf Erzgebirge
Floßmühle Schönherr Rechnung

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